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Baumwurzeln können Abflussrohre verstopfen !

Im Siedlungsbereich trägt eine großzügige Bepflanzung mit Bäumen entlang von Strassen und in Vorgärten wesentlich zu einem gesunden und optisch ansprechenden Wohnklima bei. Andererseits können diese Bäume auch ausgeprägte Probleme verursachen; auf den ersten Blick auffällig sind dabei zunächst Störungen im oberirdischen Bereich, wie zum Beispiel übermäßige Beschattung von Wohnräumen, Einengung des Lichtraumprofils an Verkehrswegen und Gefährdung durch herabstürzende Äste. Weniger auffällig, dafür aber in ihren Auswirkungen teilweise dramatischer, sind Störungen im unterirdischen Bereich, die insbesondere durch das Einwachsen von Baumwurzeln in Abwasserleitungen entstehen. Hausbesitzer und Kanalbetreiber sind selten erfreut darüber, wenn plötzlich und häufig ohne Vorwarnung das Abflusssystem eines Gebäudes blockiert ist. Es entsteht dann der Zwang zu einem sehr raschen Handeln, welches meist mit umfangreichen und aufwändigen Aufgrabungen im Bereich von Vorgärten und oft auch angrenzender Gehwege oder gar Straßen verbunden ist; je nach Lokalisation des Einwuchses im Bereich des Leitungssystems können dabei Grabungen bis zu mehreren Metern Tiefe erforderlich werden. Zwar können mit moderner Robotertechnik inzwischen verstopfte Leitungen z.T. auch ohne Aufgrabung von innen frei gefräst werden, jedoch bringt dies häufig nur einen zeitlich befristeten Erfolg, da die so verletzten Wurzeln natürlich weiter wachsen und innerhalb kürzerer oder längerer Frist zu erneuten Verstopfungen führen können; oft entsteht daher auch in diesen Fällen mittelfristig der Zwang zum Aufgraben und Ersetzen der Leitungen. Der verursachende Baum wird zudem vielfach gefällt werden müssen.

Durch diese Maßnahmen fallen meist erhebliche Kosten an und es stellt sich daher automatisch die Frage, wer für diese Kosten aufkommt. In der Regel ist auch hier das Verursacherprinzip anzuwenden, d.h. der Eigentümer desjenigen Baumes haftet, dessen Wurzeln die Verstopfung verursacht haben. Aufgrund der oft engen Gemengelage unterschiedlicher Grundstücke mit verschiedener Bepflanzung in unmittelbarer Nähe der Wurzeleinwachsung ist daher die Identifizierung des verursachenden Baumes von erheblicher Bedeutung. Häufig stellt sich dabei die Frage, ob es sich a) um einen Baum auf dem eigenen Grundstück oder b) um einen Baum auf einem privaten Nachbargrundstück oder c) einen Baum auf öffentlichem Gelände handelt.

Aufwändige Grabungen zum Freilegen verstopfter Rohre

Wurzeleinwüchse (links) sichtbar nach Zerschlagen eines Rohres

Während wir im oberirdischen Bereich immer wieder staunen über die Größe gerade älterer Bäume, so vergessen wir jedoch leicht dabei, dass solche Bäume sich auch unterirdisch entsprechend weit mit ihren Wurzeln erstrecken müssen.

 Viele Bäume haben weitreichende Wurzelsysteme

Im Siedlungsbereich stoßen die Wurzeln bei ihrem Wachstum dabei zwangsläufig auf zahlreiche unterirdisch verlegte Kanäle und Leitungen. Treffen sie auf z.B. einen Abwasserkanal, so werden sie in der Wuchsrichtung abgelenkt und wachsen entlang des Rohres, bis sie auf eine Muffe treffen. Hier "beißen" sie sich nun fest und umwuchern zunächst die Muffe von außen, bis feine Wurzeln schließlich durch die Muffendichtung eindringen (was, je nach Material, selbst bei intakten Dichtungen geschehen kann). Im Inneren des Rohres schließlich verzweigen sich die Wurzeln zu einem dichten Filz, der  zuletzt den gesamten Querschnitt des Rohres verstopfen kann.

 Die Muffe ist hier rundherum von Wurzeln umgeben

 Wurzelfilz, der aus obigem Rohr entfernt wurde

Bei Aufgrabungen findet man daher die Eindringstellen der Wurzeln in der Regel im Bereich der Muffen; nur bei beschädigten Rohren können Wurzeln auch gelegentlich durch Risse in den Wänden einwachsen.