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Mikroskopische Bestimmung

Dieses Verfahren ist das auf feinstrukturellen Kriterien beruhende Bestimmungsverfahren, welches in der Regel eine Unterscheidung aller angepflanzten Baum-Gattungen erlaubt. Von dem zur Verfügung stehenden Material werden, nach entsprechenden mehr oder weniger umfangreichen Präparationen, mit Hilfe eines Mikrotoms 0,05 - 0,002 mm dünne mikroskopische Schnitte angefertigt, gefärbt und schließlich in ihrer Feinstruktur mit Schnitten von definierten Referenzwurzeln mit Hilfe eines Lichtmikroskopes verglichen. Das Ergebnis wird sodann digital dokumentiert und gespeichert.

MikrotomMikrotom zu Herstellung der Dünnschnitte

Sammlung mikroskopischer Schnitte von  definierten Referenzwurzeln sowie weiteren Holz- und Rinden-Proben

Lichtmikroskop zur Auswertung und digitalen Dokumentation

Dabei spielen insbesondere die Strukturen des Holzkörpers eine wichtige Rolle, wie Größe und Anordnung der Gefäße, Struktur des Grundgewebes, Breite und Höhe der Holzstrahlen, Tüpfelung zwischen Holzstrahlen und Gefäßen sowie Verbindungen der Gefäßzellen unter-einander. Des Weiteren können strukturelle Aspekte der Rinde hinzugenommen werden, wobei hier insbesondere der Aufbau des Periderms, Vorkommen und Ausprägung von Skle-reiden und Bastfasern sowie Auftreten und Form von Kristallen eine wichtige Rolle spielen. 

 Mikroskopischer Schnitt durch eine Ahorn-Wurzel

 Mikroskopischer Schnitt durch eine Pappel-Wurzel


Die Struktur des Wurzelholzes weicht meist deutlich von der des Stammholzes ab. So sind etwa ringporige Laubhölzer (z.B. Robinie, Ulme, Eiche, Esche) in ihrem Wurzelaufbau nicht mehr ringporig, sondern meist zerstreutporig. Andererseits zeigen manche zerstreut mikroporen Holzarten (wie z.B. Pappel, Weide, Ahorn) im Wurzelbereich einen eher zerstreut makroporen Aufbau (siehe Abbildung unten).  Allerdings herrscht innerhalb des Wurzelbereiches auch eine große Variabilität, da z.B. stammferne Wurzeln anders strukturiert sind als stammnahe oder tiefreichende Pfahlwurzeln anders als oberflächennahe Flachwurzeln. Es ist daher unabdingbar, dass für eine korrekte mikroskopische Bestimmung nicht die üblichen Vergleichspräparate von Stammholz herangezogen werden oder gar lediglich Proben von Zweigen der in Frage kommenden Baumarten, sondern dass eine entsprechende umfangreiche Schnittsammlung spezifisch von Wurzelholz zum Vergleich vorhanden ist.

 Die Pappel-Wurzel hat zahlreiche sehr große Gefäße

 Der Pappel-Stamm hat deutlich kleinere Gefäße

Mit dieser mikroskopischen Methode ist in der Regel eine relativ sichere Unterscheidung zwischen unterschiedlichen Gattungen möglich. Dies ist in vielen Fällen in der Praxis ausreichend, da es auf Grund der zahlreichen in Frage kommenden Gehölzarten häufig genügt, zur eindeutigen Identifizierung des Verursachers eine Bestimmung auf Gattungsebene vorzunehmen. Ein typischer Fall aus der Praxis ist etwa die Frage, ob eine festgestellte Wurzeleinwachsung von der Birke auf dem eigenen Grundstück, von der Trauerweide auf dem Nachbargrundstück oder vom Ahorn entlang der öffentlichen Straße herrührt. In solchen Fällen ist die mikroskopische Analyse die schnellste und am wenigsten aufwändigste Methode, die dennoch in der Regel ein absolut zuverlässiges Ergebnis liefert.